DIMB begrüßt Angebot der hessischen Forstverwaltung an die Mountainbiker

Hessische Gesetzesnovelle wird jedoch skeptisch gesehen

Haar(27.04.2012). Die Deutsche Initiative Mountainbike e.V., DIMB, begrüßt die anlässlich eines Pressetermins vom 16.04.2012 geäußerte Ankündigung der hessischen Umweltministerin Lucia Puttrich, die Überlastung einiger Gebiete rund um den Feldberg im Taunus durch ein Angebot an die Mountainbiker zu kanalisieren.

Robert Lehner von der DIMB Interessengemeinschaft, IG, Taunus: „Die Feldberg-Region ist tatsächlich durch den Nutzerdruck aller Art sehr stark belastet. Das Problem ist nur durch funktionierende Besucherlenkung zu lösen. Jedoch nur ein qualitativ hochwertiges Streckenangebot an die Biker ist hierzu geeignet. Ein entsprechender von uns erstellter Vorschlag zu einem Streckennetz liegt den Verwaltungen bereits seit September 2011 vor.“

Zudem bemüht man sich seit über sechs Jahren um eine legale Downhill- und Freeride-Strecke in der Feldbergregion. „Bisher scheiterten wir immer wieder an Umständen, die nicht auf unserer Seite liegen. Aber wir lassen nicht locker und stehen erneut in Verhandlungen mit einer Gemeinde.“, so Johannes Weinkauff, Vorsitzender des DIMB-Mitgliedsvereins Wheels over Frankfurt e.V (WOFFM).

Die DIMB steht mit ihren Mitgliedsvereinen weiterhin zur Lösungsfindung bereit und hofft, dass die Genehmigungsverfahren dann auch zügig voran schreiten.

Die seitens der Ministerin ebenfalls angekündigte Gesetzesnovelle wird jedoch sehr kritisch gesehen. Ein gutes Miteinander im Wald oder gar forst- und naturschutzrechtliche Interessen über sogenannte „Mindestwegebreitenregelungen“ zu steuern, erweist sich anderorts, so in Baden-Württemberg, als praxisfern. „Das dort gegebene Radfahrverbot auf Wegen mit weniger als 2m Breite ist kontraproduktiv. Vergleichbares wurde daher in Thüringen schon vor Jahren wieder aus dem Forstrecht gestrichen. Solche Regelungen lenken die Biker auf breite Wege, was zu deutlich höheren Geschwindigkeiten führt und so mehr Konflikte und Unfälle als auf schmaleren Wegen verursacht“, so DIMB-Vorsitzender Thomas Kleinjohann. Auch in Baden-Württemberg bestünden inzwischen Tendenzen zu praktikablen Regelungen. „Warum Hessen nun einen über 20 Jahre alte Fehler wiederholen will, erschließt sich mir nicht.“

Kleinjohann. „Vielmehr ist es so, dass durch die beabsichtigen Änderungen das Recht auf sportliche Betätigung zu Erholungszwecken gravierend eingeschränkt und eine ganze Benutzergruppe diskriminiert wird."

In den kommenden Monaten wird die DIMB die Öffentlichkeit über umweltgerechten Bikesport informieren. „Wir werden zudem alle demokratisch legitimen Mittel einsetzen, um Hessen vor der Wiederholung eines alten gesetzgeberischen Fehlers zu bewahren“, schließt Kleinjohann mit einem Ausblick auf die anstehenden DIMB-Aktivitäten der kommenden Monate.

Mehr Infos auf www.dimb.de